Am Weißen Dienstag wird der wundertätigen Ikone der Panagia Portaitissa , auch bekannt als „Torhüterin“, gedacht, die 1004 n. Chr. auf dem Berg Athos erschien. Diese Ikone weist eine Besonderheit auf: eine blutende Narbe am Kinn der Jungfrau Maria.
Der Legende nach wurde die Ikone vom Evangelisten Lukas gemalt, was sie als erste Ikone der Gottesgebärerin kennzeichnet. Im 9. Jahrhundert gehörte sie einer frommen Witwe aus Nicäa in Kleinasien, die sie in ihrer Privatkapelle aufbewahrte.
Während der Bilderstürmerei unter Kaiser Theophilus kamen Soldaten zum Haus der Witwe. Ein Soldat schlug mit seinem Schwert auf die Ikone ein und sah, wie Blut aus der Wunde auf der Wange der Panagia floss. Dieser wundersame Anblick veranlasste ihn zur Reue und Bekehrung und führte ihn in ein Kloster.
Dem Rat des Soldaten folgend, verbarg die Witwe die Ikone, um sie vor weiterer Schändung zu schützen. Schließlich legte sie sie ins Meer, wo sie nicht sank, sondern davontrieb. Viele Jahre später tauchte sie auf dem Berg Athos wieder auf.
Im Jahr 1004 n. Chr. hatte der heilige Gabriel, ein georgischer Mönch im Kloster Iveron, eine Vision von der Panagia, die ihn zu der Ikone im Meer führte. Er holte sie und legte sie auf den Altar des Klosters. Die Ikone verschwand jedoch immer wieder und wurde schließlich über dem Klostertor wiedergefunden. In einem Traum offenbarte die Jungfrau Maria ihren Wunsch, die Mönche an diesem Ort zu beschützen.
Daher erhielt die Ikone den Namen „Portaitissa“, was die Rolle der Heiligen Gottesgebärerin als Wächterin und Beschützerin des Berges Athos und seines Mönchtums symbolisiert. Die Originalikone befindet sich im georgischen Iviron-Kloster auf dem Berg Athos, wo sie weiterhin Wunder vollbringt. Ihr wird ebenfalls am 12. Februar gedacht.